Die Blende – Manuell fotografieren Teil 2

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Die Blende

Schön, dass Du auch bei Teil 2 dabei bist. Wir gehen die Sache ganz langsam und einfach an. Heute geht`s nur um die Blende.

 

Blende und Licht

Die Blende ist in Deinem Objektiv. Es ist einfach eine Öffnung, deren Größe du steuern kannst. Genau wie im Auge die Iris. Aufgebaut ist die Blende durch schwarze Metalllamellen, je nach Objektiv gibt es mehr oder weniger dieser Blendenlamellen und die Blendenöffnung wirkt dann entweder schön rund oder eckig. Auf dem Beispiel habe ich mein altes Canon 50mm mal fotografiert, hier bildet die Blende ein Fünfeck.

Machst Du die Blende weit auf, kommt mehr Licht durch das Objektiv auf den Sensor der Kamera.

Objektiv mit offener Blende

Blende weit geöffnet, große Blende.

 

 

Schließt Du die Blende, kommt weniger Licht rein.

Geschlossene Blende

Blende geschlossen, kleine Blende.

 

Die Blende ist eine veränderbare Öffnung im Objektiv

 

Blende und Schärfentiefe/Tiefenschärfe

Geschlossene Blende

Die Blende ist aber nicht nur ein „Helligkeitsregler“ Die Blende kann noch was viel geileres. Du kannst mit der Blende ganz gezielt die Schärfentiefe oder Tiefenschärfe bestimmen, beides das Gleiche.

Der Normalfall den Du z.B. von Deinem Smartphone kennst ist, dass die Bilder überall gleich scharf sind. Klingt ja erstmal gut. Auf diesem Beispielbild von meinem Flickr Account siehst Du so ein Bild. Hier war die Blende eher geschlossen.

Alles ist gleich scharf, der Vordergrund mit den Gräsern, der Mittelgrund mit den Feldern und der Horizont mit dem Himmel. Das nennt sich dann hohe Tiefenschärfe. Die Schärfe geht eben tief in den Raum hinein. Genau das Richtige für Landschaftsfotografie.

Fields

 

Geöffnete Blende

Auf diesem Bild schaut die Sache schon anders aus. Die Tannenzapfen und das Windlicht im Mittelgrund sind teilweise scharf, der Hintergrund ist total verschwommen und auch der Vordergrund ist schon sehr weich. In diesem Fall war die Blende weit geöffnet. Zum Einen, weil es damals im Raum recht dunkel war und weil ich eben auch gleichzeitig einen schön weichen Bildlook mit gezieltem Schärfeverlauf wollte.

xmas2015

Das hat übrigens nicht direkt etwas mit dem Fokus, also mit dem Scharfstellen zu tun! Änderst Du hier den Fokus, wird ein anderer Bereich scharf, das gesamte Bild wird niemals von vorne bis hinten scharf werden. Du fährst quasi mit Deinem Fokus durch das Bild, da wo die stehen bleibst ist es dann scharf. Genau das ist eben die geringe Tiefenschärfe.

 

Eine geöffnete Blende erzeugt unscharfe Hintergründe

Eine geschlossene Blende erzeugt scharfe Vordergründe und Hintergründe

 

 

Bokeh

Darüber wirst Du auch garantiert irgendwann stolpern! Bokeh ist einfach der verschwommene Hintergrund den Du mit großen Blenden hinbekommst. Hast Du ein richtig gutes Objektiv mit großer Anfangsblende und vielen Lamellen, bekommst Du das schönste Bokeh hin. Je mehr lamellen, desto runder und weicher werden die Lichtflecken im Hintergrund. Aber auch mit alten manuellen Objektiven für vielleicht 30 EUR bekommst Du schon schöne Effekte hin.

bokeh

 

Bokeh ist der verschwommene Hintergrund bei großer Blende

 

Blende einstellen, die F-Zahlen

Ich habe bisher immer nur von offener und geschlossener oder großer und kleiner Blende geschrieben. Es gibt aber auch noch Stellungen dazwischen und leider haben diese Stellungen furchtbar krumme Zahlen die Du dir aber nicht merken musst, aber trotzdem irgendwann auswendig kennst. Für Dich wichtig ist nur das:

 

  • kleine Zahlen = große Blende = offene Blende
    z.B. (1,8 2 2,2 2,5 2,8 3,2 3,5 4)
  • Große Zahlen = kleine Blende = geschlossene Blende
    z.B. (16 18 20 22 25 29 32)

Übrigens kann die Blende nie wirklich ganz geschlossen sein, also so, dass überhaupt kein Licht mehr einfällt. Mit geschlossener Blende meint man einfach nur einen kleinen Durchmesser der Blende, die kleinste Stellung die euer Objektiv hergibt.

Mit der offenen Blende ist es ähnlich. Wenn Dein Objektiv als größte Blende 3.2 hat, kann man hier von offener Blende sprechen. Die Begriffe sind einfach etwas schwammig definiert.

 

Objektive und Blendenangaben

Übrigens hat nicht jedes Objektiv den gleichen Blendenbereich. Manche Objektive fangen schon bei F 1.2 an, manche erst bei 3.5. Je „besser“ und teurer ein Objektiv ist, umso weiter runter kannst Du mit der Blende. Die obere Grenze spielt eher keine Rolle.

Günstige Kitobjektive die bei Deiner Kamera schon beim Kauf dabei sind, fangen ganz oft bei 3.5 an. Am Anfang habe ich über die Blende als Helligkeitsregler geschrieben. Objektive mit richtig großen Blenden und kleinen F Zahlen haben nämlich auch den Vorteil, dass sie richtig viel Licht rein lassen, sind also Lichtstark.

Wenn Du also irgendwo was mit „Lichtstarken Objektiven liest, dann geht es um Objektive mit großen Anfangsblenden wie 1.2 oder 1.4. Solche Objektive sind perfekt für schlechte Lichtverhältnisse in Räumen, oder wenn Du ohne Blitz nur mit dem Umgebungslicht fotografierst, Available Light.

 

Schnelldurchlauf


Deine Blende bestimmt die Tiefenschärfe und die Lichtmenge.

Große Blenden haben kleine Zahlen, machen unscharfe Hintergründe und lassen viel Licht durch.

Kleine Blenden haben große Zahlen, haben hohe Tiefenschärfe und lassen wenig Licht rein.


Im dritten Teil zu „manuell Fotografieren“ geht es dann um die Belichtungszeit. Wenn euch der Artikel gefallen hat, hinterlasst nen Kommentar oder einen Like 🙂

 

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