Gute Kamera und schlechte Bilder

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Am Anfang macht jeder schlechte Bilder, ganz unabhängig davon wie gut die Kamera oder das Objektiv ist. Das klingt sicherlich total abgedroschen und auch ich hatte anfänglich meine Zweifel daran.

Seit ich meine erste Kamera in der Hand hatte, ist nun schon etwas her und war auch fast schon vergessen, bis ich ein Bild eines Bekannten gesehen habe.

Leider ein nicht ganz so tolles Bild mit einer doch recht guten Kamera. Da war dann wieder die Sache mit den schlechten Bildern und guten Kameras und dass ja der Fotograf die Bilder macht und nicht die Kamera.

 

Muss ein Bild gut sein?

Um es gleich klarzustellen:
Nicht jeder hat den Anspruch „gute Bilder“ zu machen, für viele ist Fotografie einfach nur ein interessantes Hobby, das Einfangen eines Momentes.

Es ist dann überhaupt nicht wichtig, was ich oder irgendjemand anderes von so einem Bild hält. Auch die Definition eines guten oder eines schlechten Bildes ist verdammt schwierig und in vielen Fällen unmöglich.

Jeder definiert selbst was er als gut oder schlecht bezeichnet. Auf der anderen Seite wird aber auch nur zu gerne mit der künstlerischen Freiheit handwerkliche Fehler wegargumentiert. Nicht jeder schräge Horizont oder Grobkörnigkeit durch einen zu hohen ISO-Wert ist wirklich bewusst eingesetzt und Kunst.

 

Zurück zum Bild…
Dieses Bild meines Bekannten ist einfach ein schönes Beispiel dafür, dass Ausrüstung letztendlich nur ein hilfreiches Werkzeug ist.

 

Ohne ein gewisses Verständnis hilft die beste Kamera nichts.

Gleichzeitig macht so ein Bild aber vielleicht auch denjenigen etwas Mut, die keine 5d Mark III zum Fotografieren besitzen. Oft höre ich von Leuten, sie können mit ihrer Kamera ja überhaupt keine guten Bilder schießen, da das Rauschverhalten schlecht sei oder das Objektiv keine ausreichende Schärfe besitzen würde.

Das Bild meines Bekannten widerlegt solche Bedenken sofort. Ein Schnappschuss einer Burg bei Nacht mit ausgewaschenen Farben, ausgefressenen Lichtern, einem grobkörnigen Himmel und leicht schrägem Horizont. Mein erster Gedanke war, dass es sich dabei um ein Bild von einem Smartphone handeln müssen. Glücklicherweise brachte die EXIF Datei schnell Klarheit. Eine sehr aktuelle Kamera der oberen Mittelklasse mit der ich selbst schon auch gearbeitet hatte, eine 7D.

 

Warum war das Bild dann so schlecht? Ganz einfach, ISO 6400 und Blende 2.8 ergeben einfach selten knack scharfe und rauscharme Bilder. Wenn ich nachts ein Bild mache, habe ich immer ein Stativ dabei. Ein ISO Wert von 6400 ist also überhaupt nicht nötig. Auch eine Blende mit F2.8 ist einfach zu viel, warum nicht weiter abblenden? Einen schrägen Horizont bekommt man in Lightroom ebenfalls mit einem Mausklick weg und auch der Weißabgleich und etwas mehr Dynamik wären schnell geregelt gewesen.

Sollte man dann überhaupt einen teuren Kamera Body und Objektive kaufen?

Unbedingt, solange man die Funktionen und das handwerkliche Geschick beherrscht. Aber wirklich notwendig ist ein Wechsel oder der Neukauf eines Spitzenmodells am Anfang nicht. Viel sinnvoller ist es das eigene Equipment bis an den Rand des Möglichen auszureizen, zu versuchen mit dem Vorhandenen so gut wie irgendwie möglich zu arbeiten.

Ganz einfach bessere Bilder machen

Bildrauschen lässt sich durch kleine ISO Werte und Verwendung eines Statives und durch Rauschreduzierung in Lightroom elemenieren.

Für höhere Schärfe hilft bei allen Objektiven ein Abblenden auf geeignete Blenden, meist um F8 herum und der Einsatz eines sanften Nachschärfens für den subjektiven Schärfeeindruck.

Einer schlechten Dynamik lässt sich durch Belichtungsreihen und Kombination der Bilder in Photoshop zu Leibe rücken.

Statt einem Weitwinkelobjektiv lassen sich mehrere Bilder zu einem Panorama zusammenfügen.

Es gibt also eine große Menge an trickreichen Methoden das Maximum aus seiner Kamera und Objektiv herauszuholen bis man an einen Punkt kommt an dem wirklich kaum mehr etwas geht.

An diesem Punkt angekommen ist es dann Zeit für etwas Neues. Erst dann lohnt sich ein teures Kameragehäuse und ein besseres Objektiv wirklich. Und falls man doch schon ein wirklich exzellentes Equipment hat, braucht es dann eben länger bis auch dieses wieder völlig ausgereizt ist.

So einfach ist das mit der Ausrüstung und auch gleichzeitig die Antwort auf die immer wiederkehrende Frage nach der besten Kamera, Sony oder Canon? A7R oder 6D? Solange man sich noch solche Fragen stellt, ist die Zeit einfach noch nicht reif für ein Spitzenmodell.

 

 

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