Tonwerte & Histogramm

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Was ist ein Histogramm?

Das Histogramm ist eine grafische Darstellung der Helligkeitswerte oder Tonwerte in Deinem Bild, eine Statistik also, die Dein Bild beschreibt. Mit ein bisschen Übung wirst Du alleine durch einen Blick aufs Histogramm erkennen können was falsch lief. Egal ob Du nun Photoshop, Coreldraw Photopaint oder Gimp nutzt, alle Histogrammdarstellungen funktionieren gleich.

So liest Du ein Histogramm

Von links nach rechts:

Auf der linken Seite des Histogramms findest Du die dunklen Tonwerte wie schwarz oder dunkles Grau. Das sind Deine Tiefen. In der Mitte sind entsprechend alle mittleren Helligkeitswerte angeordnet, also Deine Mitten. Ganz rechts geht es in die hellen Töne, die sogenannten Lichter.

 

So liest man ein Histogramm

 

Von unten nach oben:

Du siehst auf dem Histogramm jetzt eine Hügellandschaft, in Wirklichkeit setzen sich die Berge aus einzelnen Balken zusammen. Bei einem 8 Bit Bild können es bis zu 256 Balken sein, soviel verschiedene Tonwerte oder Helligkeitsabstufungen schafft man mit 8 Bit! Dazu später einmal mehr.

Histogramm Balken

Histogramm Balken

Die Höhe der einzelnen Balken oder eines Berges sagt Dir wie oft einer dieser Tonwerte im Bild vorkommt. Diese Darstellung ist übrigens relativ, der Wert der am meisten vorkommt, wird immer OBEN anstoßen. Hat Dein Bild viel schwarz oder dunkle Töne, wird einer dieser dunklen Töne dominant sein, dieser Wert stößt dann oben an.

In unserem Diagramm ist dieser PEAK relativ weit rechts, dieser helle Tonwert kommt also am häufigsten vor. Er ist zwar hell, aber nicht völlig weiß!

Wäre der höchste Balken hingegen ganz rechts, würde reines Weiß im Bild am häufigsten auftreten. Diesen Fall versucht man meist zu vermeiden. Reines Weiß enthält einfach keine Information mehr.

Eine Schneefläche oder ein Hochzeitskleid mit reinem Weiß würde keine Zeichnung mehr enthalten, es wäre eine monotone Fläche ohne Struktur. Genauso schaut es dann mit Schwarz aus. Lasst euch trotzdem nicht verrückt machen, in den meisten Bildern oder Szenen sind immer Bereiche die richtig weiß oder schwarz sind. Diese Bereiche dürfen dann auch so dargestellt werden und stoßen seitlich etwas im Histogramm an die Grenzen, völlig normal!

Absaufen und Ausfressen

Das Anstoßen an den Seiten des Histogramms wird auch gerne Absaufen und Ausfressen genannt. Lichter fressen aus, Tiefen saufen ab. Auch ohne Histogramm erkennt man diesen Effekt schnell.

Bei Landschaften sind oft die Lichter des Himmels ausgefressen, hier ein richtig extremes Beispiel. Die Struktur der Wolken ist links oben komplett verschwunden.

ausgefressen

 

 

 

Genauso schlecht ist dieses Beispiel, hier sind die Tiefen komplett abgesoffen, der Vordergrund ist eine schwarze Fläche. Natürlich kann das aber auch stilistisch genutzt werden, z.B. für die Skyline einer Stadt vor einem dramatischen Himmel.

abgesoffen

 

 

Komplett vermeiden lassen sich solche Probleme leider nicht immer. Ist der Unterschied von hell zu dunkel in einer Szene wahnsinnig hoch, tritt einer der Effekte immer auf. Entweder man entscheidet sich für eines der Übel, oder man hilft etwas nach. Ein zu heller Himmel lässt sich mit Verlaufsfiltern vor der Linse abdunkeln, zu tiefe Schatten lassen sich mit dem Blitz aufhellen. Eine andere Möglichkeit besteht in sog. HDR Aufnahmen, bei denen einfach zu helle und zu dunkle Bilder kombiniert werden.

Das perfekte Histogramm

Buh, alles Quatsch! Ganz oft wird behauptet, eine perfekte Belichtung erkennt man am Histogramm dadurch, dass alle Tonwerte schön gleichmäßig vorhanden sind. Ja, technisch gesehen ist das richtig. So holt man eben das Maximum an Information aus einem Bild heraus.

Künstlerisch ist diese Definition aber wirklich Mist. Es gibt viele Bilder die dadurch leben, dass sie recht seltsame Histogramme produzieren, z. B. sog. Highkey Aufnahmen mit ganz flauem Kontrast. Hier verteilen sich die meisten Tonwerte auf der rechten Seite und in der Mitte. Dunkle Töne sind kaum vorhanden.
Eine Tonwertautomatik würde hier erstmal kräftig den Kontrast erhöhen. Die mittleren Tonwerte würden einfach nach links und rechts gestreckt werden, und das Bild wäre wieder technisch perfekt belichtet. Letztendlich musst Du lernen ein Histogramm nach Deinen Wünschen zu beeinflussen und richtig zu interpretieren.  Ein Histogramm ist eine Hilfe, aber kein Werkzeug um Bilder mathematisch exakt zu konstruieren!

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